Nach einer längeren Abwesenheit muss man natürlich einiges nachholen und genau deshalb beehren uns A PALE HORSE NAMED DEATH die letzten Tage mit ihrer bereits zweiten Tour für das laufende Jahr 2019. Wir von NIC – NordMensch in Concerts waren für Euch in Wiesbaden dabei.

Für mich ging es am Sonntag, den 27. Oktober 2019 nach Wiesbaden. Begleitet von leichtem Regen, welcher wundervoll die bald folgende musikalische Stimmung einleitete, traf ich etwa eine Stunde vor Einlass am Kesselhaus des Wiesbadener Schlachthofes ein. Nach einem kurzen Schock über die beachtliche Menschenmenge vor der Tür, die, wie sich herausstellte, jedoch zum Konzert in der benachbarten Haupthalle wollte, wartete ich fast alleine, bis sich gegen 19.00 Uhr pünktlich auch die Türen zum Konzert von A PALE HORSE NAMED DEATH öffneten. Trotz der gerade einmal ca. fünfzig Anwesenden und dem geplanten Beginn um 19.30 Uhr, startete die Vorband MOLYBARON zur allgemeinen Überraschung bereits eine knappe viertel Stunde später mit ihrer Show. Nach einem noch relativ ruhigen Start mit den Songs ,Lucifer´ und , Fear´, steigerte man die Geschwindigkeit und Härte immer weiter, sodass schon bald niemand mehr, in der stetig wachsenden Besuchermenge, still stehen konnte. Ganze neun Songs brachte die vierköpfige Progressive-Formation während ihrer 40minütigen Show, die zum Abschluss mit ,Incognito` nochmals eine ganze Schippe härter wurde. Nach etwa 15 Minuten Umbaupause ging es dann aber auch schon mit dem Headliner des Abends weiter:

A PALE HORSE NAMED DEATH. Nach einem gelungenen Einlauf zu ,The Woods´ und einem weiteren ,Tribal Intro´-Part, begannen sie die Show mit ,To Die In Your Arms´ auch direkt mit einem Klassiker ihres Debütalbums „And Hell Will Follow Me“. Innerhalb der nächsten gut eineinhalb Stunden folgte nun ein Schnelldurchlauf der bisherigen drei Alben, welcher nahezu jeden im Raum zufriedenzustellen schien. Auch die ausgewogene Mischung zwischen immerhin sechs der dreizehn Songs der aktuellen Scheibe „When The World Becomes Undone“ und einer Auswahl der anderen beiden Alben, kam im Publikum offensichtlich mehr als gut an. Wirkte die Band bei ihrer Tour am Anfang des Jahres noch etwas steif oder gar erschöpft, war dieses Mal rein gar nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Die Bandmitglieder scherzten untereinander, Sänger Sal Abruscato, hatte zumeist ein breites Grinsen im Gesicht und auch die Publikumsinteraktion wurde deutlich gesteigert. Insbesondere der nun durchschimmernde Humor des Sängers bot immer wieder einen kleinen lichten Moment in der sonst eher düsteren Stimmung der Songs. So scherzte er beispielsweise mit den Worten „The next one is a very slow one of the new record, VERY depressive. But that´s just what we do.“ über die eigene Grundeinstellung der Band, was dem Flair der Songs jedoch keineswegs schadete. Mit weiter ausgelassener Stimmung erlaubte man sich, wie bereits im Frühling, bei ,Cracks In The Walls´ eine kleine neckische Spielerei im Outro, indem die Bandmitglieder immer und immer langsamer spielten und das Ende des Songs sich nahezu „Drone“-artig auf geschätzte fünf Minuten ausdehnte, während das Publikum hierzu immer lauter jubelte. Nach ihrem Hit ,Die Alone´ folgte mit ,Killer By Night´ noch die Zugabe, welche unter erneut großem Applaus vom Publikum aufgenommen wurde und das Set eigentlich perfekt abrundete. Damit war der Abend jedoch noch nicht zu Ende, denn wie zuvor versprochen, erschien die Band keine fünf Minuten später am Merchstand, um dort Bilder machen zu lassen, sich mit den Fans zu unterhalten oder einige Autogramme zu verteilen, bevor sich die Besucher sichtlich zufrieden auf den Heimweg machten – in die immer noch verregnete Nacht.

Setlist A PALE HORSE NAMED DEATH: The Woods/ Tribal Intro/ To Die In Your Arms/ Devil In The Closet/ Love The Ones You Hate/ Sleeping Death/ Shallow Grave/ Vultures/ Growing Old/ Fell In My Hole/ Pill Head/ Splinters/ Crows Descend/ Cracks In The Walls/ Die Alone/ Killer By Night/Closure

Fazit des Konzertabends: Trotz der anfangs etwas merkwürdig anmutenden Bandkombination des Abends, da MOLYBARON einfach doch ein ganzes Stück härter daherkommen als der Headliner, passte das Esemble zusammen und es war ein absolut gelungener und durchaus abwechslungsreicher Abend. Beide Bands lieferten eine mehr als solide Show ab und hatten dabei mindestens genauso viel Spaß wie das Publikum. A PALE HORSE NAMED DEATH, gerne wieder und gerne auch schon bald !

Berichterstattung / PhotoCredits: Etienne Kulik