An einem nasskalten Tag ging es zum Aufwärmen in die Sporthalle Hamburg. Nach fast drei Jahren waren endlich AMON AMARTH wieder zu Gast in der Hansestadt. Mit dabei hatten sie an weiteren Bands HYPOCRISY und ARCH ENEMY. Bei dieser Konstellation an Bands, war es auch kein Wunder, dass das Konzert seit vielen Wochen ausverkauft war – erst recht nicht, nach dem aktuellen Hammeralbum “Berserker”. Man liebt eben die sympathischen Nordmänner und ihre fulminanten Shows und von daher war der Ticketverkauf ein leichtes Spiel.

In der Sporthalle angekommen, fiel der Blick gleich auf das Merchandise. T-Shirts der Wikinger. Ein T-Shirt für 35,00 Euro oder ein Zipper für 70,00 Euro. Viele Fans fanden das zu teuer – ich zumindest gönnte mir ein Shirt.

Pünktlich gegen 19:00 Uhr ging es dann los mit HYPOCRISY. Es begann ein 30minütiges Set. Der Sound war wirklich gut, das Licht war düster – aber passte zur Opener-Bands des Abends. Die Setlist schmückte sich mit fünf Songs, nämlich „Fractured Millenium“, „Fire In The Sky“, „ Eraser“, „War-Path“ und „Roswell 47“. Peter Tätgren & Co. lieferten in gewohnt guter Manier ab und eigentlich war die Spielzeit für diese Band doch viel zu kurz. Aber es musste ja so sein, denn es sollten noch zwei weitere große Bands folgen.

Nach einer Umbaupause ging es dann weiter um 20:00 Uhr mit ARCH ENEMY. Warum einige nach dem Konzert sagten, dass die Band „lustlos“ rüberkam, erschließt sich mir nicht. Ich hatte sie zuletzt vor zwei Jahren auf dem Elbriot in Hamburg gesehen und an Energie haben Alissa White-Gluz und ihre Mannen in keinster Weise verloren. Ein großartiger Auftritt mit viel Bewegung, Zusammenwirken der Bandmitglieder und einer ewig hüpfenden und springenden Allissa, die sich schon fast im Rhythmus der Drums von links nach rechts bewegte. Auch stimmlich einfach einwandfrei. Nach einer Stunde voller Power und gut ausgewählter Songs, endete auch der Slot der zweiten Band des Abends.

Setlist ARCH ENEMY:  The World Is Yours / War Eternal / My Apocalypse / You Willl Know My Name / Ravenous / The Eagle Flies Alone / First Day In Hell / As The Pages Burn / Avalanche / Nemesis

Nach einem wirklich guten Warm-Up der zuvor gesehenen Bands, scharrten die Besucher nun aber langsam mit den Füßen und man war gespannt auf die nordischen Hünen von AMON AMARTH. Pünktlich um 21:30 Uhr fiel der Vorhang und die gesamte Bühne erschien mit einem großartigen Bühnenbild und jeder Menge Feuer. Brennende Runen und ein Schlagzeug, das eingefasst in einem übergroßen Wikingerhelm zum Vorschein kommt. Was folgt ist eine 90minütige Show mit großartigen Songs diverser AMON AMARTH Alben. Eine Show, die natürlich schön übertrieben mehrere Themen auf die Bühne bringt und miteinander mixt. „Raise Your Horns“ ist einfach Programm und das Trinkhorn hat Frontmann, Johann Hegg, immer dabei. Wie sich das eben für trinkfeste Wikinger gehört. An diesem Abend passt wirklich alles. Die Bands zwar verschieden, aber dennoch finden sie in Folge gut zusammen und selbst der Sound war heute – wider Erwarten – für die Sporthalle wirklich gut. Für mich ist eigentlich ganz klar, dass AMON AMARTH in Zukunft wesentlich größere Hallen füllen werden, denn „The Way of Vikings“ ist noch lange nicht vorbei.

Setlist AMON AMARTH: Raven’s Flight / Runes to My Memory / Death In Fire / Deceiver /  Of The Gods / First Kill / Fafner’s Gold / Crack The Sky / The Way Of Vikings / Prediction Of Warfare / Shield Wall / Guardians Of Asgaard / Raise Your Horns / The Pursuit Of Vikings / Twilight Of The Thunder God

 

Berichterstattung / PhotoCredits: Wolfgang Kühnle