05. Dezember 2019: Es zog uns heute nach Bremen. Unser erster Besuch in der Aladin Music Hall. Viel gehört von dieser Location, doch selbst bisher nie dort gewesen. Anlass unserer Reise nach Bremen waren gleich drei großartige Bands, nämlich CLUTCH, GRAVEYARD und KAMSCHATKA. Ein Konzertabend ganz im Zeichen des Blues-/Stoner- und Hardrock.


Nach einer Fahrt von Schleswig-Holstein aus, mit kurzen Stop in Hamburg, waren wir zeitig in Bremen und konnten die Location in Bremen-Hemelingen gleich von der Autobahn abfahrend, problemlos erreichen. Ein Parkplatz war auch schnell gefunden und mit einem kurzen Fußweg von gut drei Minuten, erreichten wir die Venue. Von außen eher unscheinbar, aber von innen wirklich genial. 1920 wurden diese Räumlichkeiten als Kino genutzt, heutzutage größtenteils als Diskothek oder eben ab und zu für Konzerte. Alles wirklich sehr gemütlich dort, Servicepersonal und Security hilfsbereit und freundlich. Wir fühlten uns sauwohl, der Abend konnte starten!

CLUTCH_GRAVEYARD_KAMCHATKA2019 - Kamchatka9-1-von-119:30 Uhr – Zeit für KAMSCHATKA, die mit ihrem Blues-Stoner-Rock am heutigen Tage den Opener machten. Total gespannt waren wir nun auf die drei Schweden, die an diesem Abend beim Merchandise auch ihr neues Album “Hoodoo Lightning” zum Verkauf anboten, welches aber eigentlich erst einen Tag später – nämlich am 06. Dezember 2019 – offiziell im Handel erhältlich war. Mein Teamkollege Christian fand das großartig und ging erst einmal ordentlich “einkaufen”. In dunklem Rotlicht badend, ging es auch gleich auf der Bühne los und in die Vollen. Eine halbe Stunde wurde man nun förmlich vom Blues getragen. Was für ein faszinierendes Gitarrenspiel von Andersson. Vor uns auf der Bühne drei Musiker, die vollkommen in ihrem Element waren und mit geschlossenen Augen ihre Musik fühlten, lebten, in ihr abtauchten – mit solch einer Leidenschaft. Das Publikum tauchte förmlich mit ihnen zusammen ab. Für uns sichtbar, wie sehr ein jeder im Saal diese Leidenschaft genoss. Man war wirklich gefesselt. Durch das dauerhafte “Jammen” von Andersson (guitar & vocals), Strandvik (drums) und Wiberg (bass & vocals), war einem eigentlich gar nicht mehr bewusst, welche Songs gespielt wurden – fühlte es sich doch irgendwie an, wie ein einzig langer Song, verpackt in einem facettenreichen Kostüm. Christian und ich schauten uns immer wieder an und unsere Blicke waren ein einziges “WOW – wie geil ist das da vorne bitte?!”. Viel zu schnell endete dann auch das Set von KAMCHATKA. Zu gerne hätte man noch länger zugehört, aber es war nun einmal Zeit für die nächste Band, auf die wir uns ebenso freuten. Zunächst aber nutzten wir die 20minütige Umbaupause, um uns ein schönes kühles Bierchen zu gönnen. Man, man, man – dieser Auftritt von KAMCHATKA war schon fast gar nicht mehr zu toppen – dachten wir jedenfalls …

CLUTCH_GRAVEYARD_KAMCHATKA2019 - Graveyard3-1-von-1​Stage-Time für die zweite Band aus Schweden. Auf die Ohren gab es nun Hardrock und Psychedelic von GRAVEYARD. Kollege Christian hatte die Band bereits live gesehen (oftmals frage ich mich ehrlich gesagt, welche Band er noch nicht live gesehen hat), ich zuvor noch nicht. Auch hier war rot die prägende Bühnenfarbe und auch genebelt wurde wieder ordentlich. Erstaunlich war der Altersdurchschnitt an diesem Abend, der deutlich zwischen 20-30 Jahren lag. Nun gut, wir fanden das erfreulich, so ist in diesem Genre für Nachwuchs gesorgt. GRAVEYARD präsentierten uns Songs, wie z.B. “The Siren”, “Thin Line”, “Uncomfortably Numb” oder aber “Satan’s Finest”, wobei die beiden letzten Nummern die Highlights des Abends aus unserer Sicht darstellten. Stimmlich begeisterte an diesem Abend, Sänger Joakim Nillson, unwahrscheinlich. Was er zum Ende hin noch aus seiner Stimme herausholte, war der Wahnsinn. Stellenweise erinnerte es an Robert Plant (zu seinen besseren Zeiten). GRAVEYARD waren wirklich beeindruckend und für mich persönlich gerne noch einmal – irgendwann, irgendwo.

CLUTCH_GRAVEYARD_KAMCHATKA2019 - Clutch2-1-von-1Nach diesen beiden fantastischen skandinavischen Bands, war man eigentlich noch so voller Endorphine, dass man fast vergessen hatte, dass eigentlicher Headliner an diesem Abend CLUTCH waren und man sich ja auf die US-Amerikaner ebenso freute. Nachdem man mit den beiden Vorgängerbands sehr “slow” unterwegs war, sollten CLUTCH nun wieder “wachrütteln” – und das taten sie. Zuerst einmal startete das Set aber etwas holperig mit einer kleinen technischen Störung. Die Zeit überbrückte Frontman, Neil Fallon, mit amüsanter Unterhaltung. Er erzählte dem Bremer Publikum kurz, wie schön er es hier findet, dass er heute schon Bratkartoffeln gegessen habe, usw. Im Hintergrund hatte man währenddessen schnell den Fehler behoben und weiter ging es. Rock n´ Roll – sag ich Euch. Eine Setlist, die sich mit gut ausgewählten Songs schmückte, wie z.B. “The Mob Goes Wild”, “Sucker For A Witch”, “Electric Worry”, “Earth Rocker”, “Firebirds”, “Fortunate Son”, “El Jefe Speaks” oder aber “Sea Of Destruction”. Die Spielzeit bis 22:45 Uhr verging wie im Fluge. Das Publikum stand nicht still, man sang textsicher mit und die Stimmung war “on top”. Zwei Zugaben spendierten die Mannen aus Maryland noch oben drauf. Absolut zufrieden, beflügelt durch die wundervolle Musik dieser großartigen Bands, verließ man die Venue und für uns Nordlichter ging es in Richtung Heimat. Auf der gut zweistündigen Nachhausefahrt ließ man noch einmal den Abend Revue passieren. Das war eine musikalische Triologie, die ihresgleichen suchte und KAMCHATKA waren aus unserer Sicht eindeutig der Gewinner des Abends. Aber auch CLUTCH lieferten souverän und voller Power ab und GRAVEYARD beeindruckten stimmlich. Für uns war es mit Sicherheit nicht das letzte Mal, Konzerte dieser drei Bands zu besuchen.

Berichterstattung / PhotoCredits: Stefanie Preuß