Am 08.10.2019 starteten FREEDOM CALL ihre “M.E.T.A.L.-Tour” im Hamburger Knust. Mit im Gepäck hatten die Nürnberger zwei weitere Bands. Zum einen SEVEN THORNS aus Dänemark und als weitere Unterstützung VISIONS OF ATLANTIS aus Österreich.

SEVEN THORNS eröffneten diesen glorreichen Abend nach einem eher holperigen Einlass mit längerer Wartezeit. Ganz gespannt, auf das was nun kommen würde, wartete das Publikum vor der Bühne. SEVEN THORNS betraten die Bühne, begannen unverzüglich zu spielen und entfachten sofort ein Feuerwerk des Powermetals, welches jedoch genauso schnell verrauchte, wie es begann. Nach dem ersten Song gab es technische Probleme. Hiervon ließen sich die gut gelaunten Dänen von SEVEN THORNS nicht beirren und überspielten die kurze Pause mit ein paar Witzen. Nach kurzer Wartezeit gaben sie schnellstens wieder Vollgas und brachten im Publikum diverse Köpfe zum Kreisen. Fäuste wurden gehoben und es wurde fleißig mitgesungen. Wie sich später herausstellte, hatten die Dänen sogar ihren eigenen Fanclub dabei. Leider mussten sie ihr Set extrem einkürzen, damit für die weiteren zwei Bands wieder etwas Zeit aufgeholt werden konnte. Fazit: Trotz dieser kleinen technischen Probleme (die natürlich nicht auf Bandseite lagen) kann man guten Gewissens eine Empfehlung für diese Band aussprechen – wirklich hörens- bzw. sehenswert. Kann man sich gerne noch einmal anschauen.

Nach diesem Auftritt hieß es erst einmal wieder Haare sortieren, damit man wieder etwas sehen konnte, um sodann nach einer sehr kurz gehaltenen Umbaupause VISIONS OF ATLANTIS gebührend zu empfangen. Dieses gelang dem Publikum durchaus gut. Unter großem Gejohle und Applaus kamen VISIONS OF ATLANTIS auf die Bühne und legten los. Mit ihrer Mischung aus Power- und Melodicmetal holten sie fast jeden der Besucher unmittelbar ab. Sie stellten uns ihr neues, in diesem Jahr veröffentlichtes, Studioalbum „Wanderers“ vor. Zu beobachten war, dass die Fangemeinde für die Österreicher schon mächtig groß war und somit war es auch kein Wunder, das lauthals und textsicher mitgesungen wurde. Auch hier wirbelten die Haare der Besucher wieder in alle Richtungen. Sie begeisterten uns gesanglich, sowohl mit einer männlichen als auch einer weiblichen Stimme, welche beide im Zusammenspiel fantastisch harmonierten. Außerdem schmiegten sich Bass, Gitarre und Schlagzeug unwahrscheinlich schön um dieses tolle Gesangsduett herum. Man merkte sichtlich, dass diese Band für ihre Werke lebt. Es gleicht fast einer Inszenierung, was sie auf die Bühne gebracht haben. Für mich besonders auffällig war hier, dass der Bassist einen sechssaitigen Bass spielte und der Gitarrist eine siebensaitige Gitarre. Das war faszinierend. Auch dieser Auftritt von VISIONS OF ATLANTIS ging viel zu schnell zu Ende, aber es sollte ja schließlich auch noch der Headliner des Abends an die Reihe kommen.

Zeit für FREEDOM CALL: Das letzte Mal hatte ich die Band irgendwann vor ca. 15 Jahren auf dem Wacken Open Air gesehen. Ihren Stil haben sie seither nicht wirklich verändert und spielen immer noch den Happy Metal. Mittlerweile haben FREEDOM CALL zehn Studioalben und über 20 Jahre Bandgeschichte auf der Uhr. Dies ist ihnen aber so gut wie gar nicht anzumerken. Sie stürmten die Bühne und rockten sofort los. Es wurden sowohl alte als auch neue Hymnen durch das Knust geschmettert und das Publikum, was ohnehin schon heiß auf die Nürnberger Mannen war, sang und tobte. Fäuste und Metalkrallen gingen in die Höhe und an den Stellen, wo zum Hüpfen aufgerufen wurde, bewegte sich ausnahmslos jeder mit. Es war eine einzige Party. Sänger Chris Bay gab zwischen den Songs einige kleine Anekdoten zum Besten. So wissen wir jetzt auch, dass es sein Traum war zehn Studioalben mit der Band zu produzieren; in Rente zu gehen wäre aber keine Option für ihn und so werden uns FREEDOM CALL sicherlich noch einige Jahre erhalten bleiben. Während der Show wurde ebenfalls sehr oft zum Mitsingen animiert und das tat das Hamburger Publikum auch fleißig. Dieses Zusammenspiel zwischen Fangemeinde und der Band brachte mich persönlich doch zu einigen Gänsehautmomenten. Einer dieser Gänsehautmomente war zum Beispiel, als die Akustikgitarre geholt wurde und “Halleluja” angestimmt wurde. FREEDOM CALL haben daraus ein „Heavy Metal Halleluja“ gemacht. Lichter gingen im Publikum an und es wurde still. Während des Refrains setzte dann der Publikumsgesang ein und da war er dann, dieser besondere Moment – wunderschön! Aber auch mit Songs, wie „111 The numbers oft the angels“ (“666 The number oft the beast” kann ja schließlich jeder), “M.E.T.A.L.” oder “The Ace oft the Unicorn“ brachte die Band ihrem Hamburger Publikum absolut positive Energie und zauberte damit eine grandiose Stimmung. Zu Recht wird die Musik der Band als Happy Metal bezeichnet.

Aber auch diese Happy Metal Sause war einmal vorbei. Das Publikum hatte diverse Ohrwürmer mitbekommen und man trat glückselig voller Happy Metal Energie den Weg nach Hause an. Nach dem Konzert waren auch noch alle drei Bands am Merchandise zu finden und befriedigten inklusive Autogrammen alle Fanwünsche.

Die Powermetal-Party zieht in dieser Konstellation noch einige Tage durch die Lande. Es gibt noch genug Termine, bei denen Ihr Euch eines dieser Konzerte ansehen könnt. Eine ganz klare Empfehlung unserer Redaktion für alle Liebhaber des Powermetals.

Berichterstattung / PhotoCredits: Andrea Da Silva Nolasco