Die Knorkatoren zu Besuch in der Großen Freiheit 36 in Hamburg. Das darf man sich nicht entgehen lassen. Also: Gesagt, getan. Die ausverkaufte Location ist bestens geeignet, um den Berliner Springteufel Stumpen und seine vier Mannen in Szene zu setzen.

Im Vorwege liefen über einen Bildschirm Musikvideos bekannter Songs wie ‘Killing in the Name’, die aber soundmäßig stark verfremdet waren und verschiedenste Reaktionen im Publikum hervorriefen. Vom Lachanfall bis zum kopfschüttelnden “Bierrunterstürzen” – alles war dabei. Passte doch alles perfekt zu der nachfolgenden Band, denn auch bei KNORKATOR ist es im Allgemeinen so – entweder man liebt sie oder sie werden gehasst.

Ohne Vorband geht es sofort mit  der “Absolution” verhältnismäßig ruhig los. Der Tanzfaktor wird aber mit der folgenden Nummer “Du nich” sofort auf Maximum gestellt. Es folgt ein Feuerwerk an Hits. Von “Am Arsch”, “Alter Mann” und “Buchstabe”, aufgepeppt mit vielen kleinen Anekdoten zwischendurch, vielsinnigen Ansagen und Klamauk erster Güte, geht es durch das Programm. Dies alles in eine Show gepackt, das schaffen in der heutigen Musiklandschaft eigentlich nur KNORKATOR.

Nun kam als Nächstes aber etwas, was man sich in aller Ruhe mehrfach zu Gemüte führen könnte: Eine Coverversion des Discoklassikers ”Ring my Bell’ von ANITA WARD. Welch eine Offenbarung. Man kann von dem Discosound ja halten, was man will, aber diese Interpretation, in der Stumpen seine Stimme derartig gut präsentiert, dass man glatt denken könnte, Anita selbst stünde höchstpersönlich auf der Bühne, ist einfach großartig.  Das anschließende ACE OF BASE – Cover “All that she wants” kennt man bereits, gefällt aber von Mal zu Mal besser. Alf und Stumpen geben als Frontmaker einmal wieder alles und auch dem Rest der Band merkt man den Spaß an diesem Abend sichtlich an. Nach weiteren, sowohl neueren als auch altbekannten Stücken, wie z.B. “Hardcore”, “Krieg” und das abschließende “Rette sich wer kann” ist das Konzert der “Meisten Band der Welt” so einfach zu Ende, wie es begann. Ein zufriedenes Publikum, ob nun mit Bauchschmerzen vom Lachen her oder mit Nackenschmerzen vom Headbangen, feiert die Band noch eine ganze Weile nach und hier und da hört man Stimmen, die sich auf das nächste Konzert von KNORKATOR freuen.

Der Zusatztermin für Hamburg – ebenfalls in der Großen Freiheit 36 in Hamburg – wurde auf den 22.03.2020 gesetzt. Also, da kann man nochmal, wenn man möchte. Aus unserer Sicht gehen diese fünf duften Berliner auch mehrmals im Jahr.

Setlist des Abends: Absolution / Du nich / Es kotzt mich an / Ein Wunsch / Revolution / Am Arsch / Alter Mann / Eigentum / Buchstabe / Ring my Bell / All that she wants / Ich bin der Boss / Klartext / Hardcore / Ich hasse Musik / Krieg / Rette sich wer kann

 

Berichterstattung / PhotoCredits: Hauke Jans