Am 06. Juli 2019 führte uns unser Weg in das kleine und beschauliche Dörfchen Langeln in Schleswig-Holstein. Anlass war das 10-jährige Jubiläum des LANGELN OPEN AIRs. Ein kleines, mittlerweile jedoch etabliertes Festival mit einer Größe von rund 1.500 Besuchern. So viele Jahre wollten wir schon mit dabei sein, nun zum zehnjährigen Geburtstag des LOA´s sollte es aber endlich klappen und – dies einmal vorweg genommen – diese Entscheidung haben wir auch in keinster Weise bereut. Von Anfang an waren wir absolut begeistert von der freundlich familiären Atmosphäre und der professionellen Organisation. Man merkte sofort, dass das Langeln Open Air mit viel Liebe und Herzblut vorbereitet und durchgeführt wird. Der Weg zum LOA, welches etwas außerhalb der kleinen Gemeinde Langeln im schönsten Grün gelegen ist, war gut ausgeschildert und so traf unsere Andrea auch zeitig und problemlos vor Ort ein. Freundlichst wurde man empfangen und man spürte schon auf dem Parkplatz und am Einlass, dass man hier wirklich gut drauf war. Der Einlass selbst ging ebenfalls schnell vonstatten und so war Andrea innerhalb kürzester Zeit auf dem Gelände des Langeln Open Airs. Einen Überblick konnte man sich schnell verschaffen, da alles nahezu perfekt ausgeschildert war. Es wurde für alle und alles gesorgt. Zur Verpflegungsmeile gehörte sogar ein veganer Food-Truck.

Schon bis zu diesem Zeitpunkt war ich durchweg beeindruckt, berichtete Andrea. Vom Eingang aus konnte ich auch gleich die erste Bühne sehen, an der ich auch sofort hängen blieb. Dort spielte jetzt die Band JACK POTT. Sie spielten eine Mischung aus Deutschrock, NDW-Covern und Punk. Alles in allem eine gute Mixtur,  um ein Festival zu beginnen. Die Besucher blieben vor der Bühne stehen und sangen auch schon ordentlich mit. Auch das erste Bierchen, so um und bei 13 Uhr, floß schon entspannt die Kehle hinunter. Perfekt! JACK POTT – eine noch recht junge Band aus Lübeck – haben mich aber (auch wenn ich sie zuvor nicht kannte) absolut abgeholt und man darf sicher sein, dass sie auch über die Lübecker Szenerie hinaus, ihren Weg gehen werden. Sie haben das gewisse Show-Gen, das heutzutage nicht unerheblich wichtig ist.

Das Wetter spielte zu der Zeit nicht so mit und die weiteren Bands spielten im Regen. Dies tat aber der Stimmung unter Bands und Zuschauern keinen Abbruch. Die zweite Band an diesem Tag waren FIN DAWSON aus Hamburg. Wie sie selbst auf Facebook schrieben, war die Bühne des Langeln Open Airs bisher ihre größte Bühne und sie freuten sich mächtig, mit dabei zu sein. Sie hatten aber definitiv den schwersten Slot des Tages, da es während ihres Auftrittes regelrecht anfing zu schütten. Professionell zogen sie jedoch ihr Set durch und spielten eine nette Mischung an Songs aus dem Bereich Folkrock. Die Band besteht erst seit diesem Jahr in dieser Formation. Ich bin sehr gespannt, was FIN DAWSON noch so auf die Beine stellen werden in Zukunft. Wir drücken Euch auf jeden Fall die Daumen, dass der musikalische Weg ein schöner und auch langer erfolgreicher sein wird.

Schlag auf Schlag ging es weiter mit der nächste Band, schließlich sollte ja musikalisch keine Langeweile aufkommen. Für diesen Festivaltag waren 14 Bands aufgestellt, die auf zwei Bühnen das Publikum unterhalten sollten und auch taten. Ruhepausen waren passé. War eine Band auf der einen Bühne fertig, ging es unmittelbar auf der nächsten Bühne weiter. Durch kurze Wege und dem Aufbau der Bühnen Rücken an Rücken, bekam man nichts von den jeweiligen Soundchecks mit und man war schnell zur Stelle bei den jeweils folgenden Bands. Mittlerweile hatte sich das Wetter beruhigt und ich konnte dem Rest des Tages im Trockenen genießen. Odin war den Nordmenschen gnädig.

Als nächstes sprangen S.L.A.P., eine russisch sprachige Band aus Quickborn (Schleswig-Holstein), auf die Bühnenbretter. Sänger Alexander Staschkow erzählte zwischendurch Geschichten zu den jeweiligen Songs, die an diesem Tage Bestandteil ihres Slots waren. Auch wenn ich der russischen Sprache nicht mächtig bin, so konnte man hier wieder einmal sagen “Musik sagt mehr als Worte”. Ihre Lieder waren außerordentlich ausdrucksstark und schönste Gitarrenriffs zogen die Besucher vor der Bühne sichtlich in den Bann. Ihre Bühnenzeit verging somit wie im Fluge. Auch wenn der Zeitplan zwischen den Auftritten oft wenig Spiel ließ, wurde gegessen und getrunken und das Angebot an Kulinarischem war ausreichend und vor allem lecker. Man traf alte Bekannte und schnackte hier und dort und genoß einfach diese wertvolle Festivalzeit. Während man auf dem Gelände verweilte, konnte man trotzdem aus jeder Ecke die Musik bestens hören. An dieser Stelle ein dickes Lob an die Tontechnik.

Die nächsten beiden Bands brachten dem Tag eine geballte Ladung Alternative Rock. Und so startete das Trio von WASTED ROADS, die aus Henstedt-Ulzburg kommen, mit blueslastigem Alternative Rock. Vor den Bühnen wurde es zwischenzeitlich immer voller. WASTED ROADS gaben Vollgas und ließen kaum Zeit zum Durchatmen.

Im Anschluss ließen uns KAHUNA mit ihrem energiegeladenen Alternative Rock ebenfalls nicht stillstehen. Die Band wurde im Jahre 2010 gegründet und das Quintett kommt aus dem nahegelegenem Elmshorn. KAHUNA boten eine Songmischung aus deutschen als auch englischen Texten. Ihre Texte, oftmals gesellschaftskritisch, mit denen sie aufzeigen, dass eine Welt ohne Nazis eindeutig die bessere wäre. Ja, was sollen man sonst noch zu dieser Band sagen: Gepflegter und ehrlicher Rock mit schönen Gitarrenriffs und Basslinien, den wir uns gerne wieder anhören werden. Daumen somit nach oben !

Auf der großen Bühne ging es nun weiter mit TASTE OF GREED. Sie versorgten uns mit der ersten Portion härterer Klänge an diesem Tag und spielten richtig gut gemachten Thrash Metal. Die ersten Nacken begannen zu knacken. So muss das. Außerdem konnte nun auch endlich der erste Moshpit des Tages verzeichnet werden. Die Band bewies ihr Können und ebenfalls ihr Improvisations-Talent, denn  plötzlich fiel die Leadgitarre aus und konnte nicht ersetzt werden. TASTE OF GREED haben dann kurzerhand ihr Set mit einer anstatt zweier Gitarren fortgesetzt und es hat sich trotz alledem verdammt gut angehört.

Mittlerweile ging es auf den späten Nachmittag zu und so starteten um 17:20 Uhr EMPIRESFALL. Diese Hamburger Band spendiert dem LOA eine satte Portion Metal. Mit Spaß, Witz und einer sichtbaren Spiellust haben EMPIRESFALL dem Publikum ordentlich eingeheizt. Auch wurden die Nackenmuskeln trainiert und eine Menge wehender Haare tänzelten durch die Luft.

Nach EMPIRESFALL drehte der Schalter von Metal auf Punkrock um und es folgten auf der Hauptbühne UNFINISHED BUSINESS. Sie hatten in ihrem Set leider ein Problem mit der Technik. Die Band verstand es aber dennoch das Publikum gut bei Laune zu halten. Der Sänger studierte schon einmal gesanglich den nächsten Song zusammen mit dem Publikum ein und erzählte am Bühnenrand sitzend ein wenig. Nachdem das Problem schnellstens von der Technik behoben wurde, konnten auch UNFINISHED BUSINESS ihr Set ohne weitere Probleme zu Ende bringen.

Bei der nächsten Band musste ich dann auch einmal eine Pause einlegen und so habe ich DESERT STORM nur von Weitem gehört. Die Engländer brachten eine Mischung aus Sludge, Metal, Blues und Psychedelic auf die Bühne. Das was ich hörte, war auf jeden Fall richtig geil. Frisch gestärkt ging es nun zum – also für mich – interessantesten Teil des Abends über. Es sollten nun drei Band aus dem Rock n’ Roll und Glam-Genre folgen.

CROSSPLANE waren nun auf dem Plan und wie immer – wir lieben die Höllenhunde aus dem Pott einfach – spielten sie absolut geilsten, rotzigen und handgemachten Rock ‘n Roll, wie es sein muss. Diese Band geht seit ein paar Jahren einen steilen Weg nach oben und ist überall ein gern gesehener Gast und vor allem Publikumsliebling. Sie erobern, wo auch immer sie aufschlagen, das Publikum im Sturm. So auch beim diesjährigen Langeln Open Air. Die Ruhrpottler können einfach so herrlich fetzenden Sound auf die Bühne bringen, dass es einfach nur noch kesselt.

Nun wurde es bunt und rockig und es glitterte hier und dort. NIGHT LASER aus Hamburg brachten nun den Glam Metal zur späteren Stunde. Auch sie sind immer wieder ein Garant für geile Stimmung und Party-Laune. Sie brachten die kleine Bühne so dermaßen zum Überkochen. Man merkte, dass die Laserheads einmal wieder so richtig Bock hatten, aufzutreten. Hummeln im Hintern – die gibt es auf Knopfdruck bei NIGHT LASER. Rockiger Sound, heiße Outfits und Liedgut zum Mitsingen. Das ist es was automatisch mit den Laserheads auf die Bühne zieht. Wie Sänger Benno Hankers so schön sagte: “Wir geben Euch voll auf die Fresse, keine Zeit zum Erholen”. Gesagt, getan, das wurde auch durchgezogen und die Hamburger lieferten ab. Das Publikum konnte teilweise wirklich textsicher mitsingen, denn viele NIGHT LASER Fans waren vor Ort. Zum Ende des Auftrittes von NIGHT LASER gaben sich EMPIRESFALL noch einmal die Ehre und überraschten NIGHT LASER, indem sie zusammen deren letzten Song feierten.

Mittlerweile begann es nun auch schon dunkel zu werden und HARDBONE aus Hamburg sollten als Nächstes auf der großen Bühne spielen. Wieder sollte es eine Tüte Rock ‘n Roll auf die Öhrchen geben. HARDBONE lieferten auch genau diesen Rocksound ab. Es war für mich wieder einmal ein Fest, der Band auf der Bühne zuzusehen. Rock ‘n Roll in seiner besten Form. HARDBONE sind live eine absolute Gewalt und ziehen jeden mit. Nun ja, sie gehen ja auch bereits diesen rockigen Weg seit 13 Jahren zusammen und ich glaube, sie bleiben uns auf unseren Bühnen in Hamburg und Umgebung mit Sicherheit erhalten und fetzen weiterhin. Danke HARDBONE !

Als ich mich auf den Weg zur kleineren Bühne machte, habe ich doch fast Chris Laut, den Sänger der Band OHRENFEINDT, über den Haufen gerannt. Auch OHRENFEINDT spielten schon im Jahre 2012 beim LOA. Ich konnte kurz mit ihm ein paar Worte wechseln, bevor ich weiterzog zu den UKEBOYS. Diese Band war nun echt einmal etwas anderes und absolut genial. Sie haben das Langelner Publikum sowas von abgeholt. Sie covern bekannte Songs auf der Ukulele. Wie geil ist das denn?!  So gaben sie unter anderem „Fireworks“ von Katie Perry und „Whiskey in the Jar“ zum Besten. Für mich das beste Ukulele-Cover war jedoch „Fear oft the Dark“ von Iron Maiden. Es ist ein Song, den so gut wie jeder Metal Fan mitsingen kann und so war es auch hier nicht verwunderlich, dass die Menge vor der Bühne dieses ebenfalls tat.

Mit allerbester Laune ging es nun auf den Höhepunkt des Abends zu. Es wurde Zeit für DOG EAT DOG. Zurück ging es für mich in die 90er Jahre und so fühlte es sich stellenweise musikalisch natürlich auch an. Sie haben nichts an Energie eingebüßt. Wahrlich ein großartiger Headliner für dieses Jubiläums-Festival. Sie verwöhnten das Publikum mit einer guten Mischung aus alten und neuen Songs. Ja und was soll ich schreiben, spätestens jetzt standen ausnahmslos alle anwesenden Gäste, die sich noch auf den Beinen halten konnten, vor der Bühne und genossen noch diesen letzten Auftritt eines wundervollen und äußerst gelungenen Festivaltages.

An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Lob für die gesamte Crew des Langeln Open Airs und auch an Daniel Schäfer, dafür, dass Du uns hast mitfeiern lassen. Ein wirklich familiäres und bestens organisiertes Festival, das in diesem Jahr ausverkauft war und eine Besucherzahl von 1.500 Besuchern mit sich brachte. Eine Größenordnung, wie wir sie lieben. Für uns von NordMensch in Concerts war es mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass wir beim Langeln Open Air (LOA) dabei waren. Nun haben wir Blut geleckt und unterstützen das Festival in unmittelbarer Nachbarschaft natürlich weiterhin gerne. Wie heißt es doch so schön: NordMenschen feiern zu gerne mit NordMenschen. Wir sagen nochmals Glückwunsch zum 10-jährigen Jubiläum und auf dass die nächsten zehn Jahren noch geiler werden und Euch und die Besucher füllen mit viel guter Musik und jeder Menge Erinnerungen. Also, wir sehen uns 2020 !

Berichterstattung / PhotoCredits: Andrea Da Silva Nolasco