Im Rahmen der NDR 1 Sommertour veranstaltet der NDR in diversen Städten Schleswig-Holsteins seine Events. Immer an einem Samstag geht es quer durch das Land. Neben einer Menge Unterhaltung veranstaltet der Sender ebenfalls eine Stadtwette gegen die jeweilige Stadt. Ein kunterbuntes Programm, bei dem auch Sponsoren der jeweiligen Städte Stände aufbauten und sich präsentierten. Hier gab es dann u.a. Gewinnspiele oder Informationen zu den Aktionen. Als Highlight wird immer ein Konzert mit Stars präsentiert. Dieses Jahr sind Manfred Mann´s Earth Band als einziger Rock-Act dabei. Bereits um 17:30 Uhr geht das Programm los. Der Auftritt von der Classic-Rock Band ist für 21:30 avisiert. Dazu kommt es allerdings nicht, da die Band stundenlang im Stau steht. Vom letzten Auftritt aus Süddeutschland kommend, gerät die Band in eine der größten Reisewellen der Saison. Erst kurz vor Auftritt erreichen sie Neumünster. Das NDR Show- und Begleitprogramm wird von daher etwas in die Länge gezogen. Die Technik wird in Windeseile aufgebaut und ohne großen Soundcheck geht es dann doch mit nur 15 Minuten Verspätung los. Die Setlist ist auf zehn Titel zusammengeschrumpft, jedoch dürfte für jeden der Besucher auf dem Großflecken in Neumünster einer seiner Lieblingssongs dabei sein. Mit dem Standard-Opener „Captain Bobby Stout“ geht es los. Bereits der zweite Song ist ein alter Nummer Eins-Hit. „Don´t Kill It Carol“ bringt dann auch die letzten Gäste zum Grooven. Der NDR sprach später von bis zu 15.000 Gästen, die das Programm insgesamt verfolgten. Während des Konzertes war der Platz und die umliegende Gegend mit gut 4.000 Leuten rappelvoll. „Marthas Madman“, der einzige Titel des Abends aus eigener Feder, lässt kurzzeitig die Euphorie abebben. Von da an ziehen die fünf Briten jeden Besucher durchgehend in den Bann. Melissa Etheridge´s „Stronger Than Me“ bildet den Anfang. Darauf folgen die Bob Dylan Titel „You Angel You“ und „Father Of Day, Father Of Night“, bereits mit instrumentalen Ausflügen. Auf Dylan die Springsteen-Songs „For You“ und Blinded By The Light“ folgen zu lassen ist ein Schachzug, der passt. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Mit einem weiteren Hit geht es weiter. Auf „Davy´s On The Road Again“ folgt dann “Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)“. Selbst bei diesen tropischen Temperaturen tanzen sich alle hier anwesenden Generationen ein. 65 Minuten, die absoluten Spaß machten und die Band ließ sich auch noch zu einer Zugabe überreden. Da die Setlist bereits abgearbeitet war, aber das bunt gemischte Publikum zu Quinn am besten abging, setzt der Meister genau da ein, wo eben aufgehört wurde. In verschiedenen Versionen und Tempi wird der Tophit fortgesetzt. Um 23:00 Uhr hätte die Band wegen der Lärmschutzauflagen aufhören sollen, schließlich ist der Großflecken mitten in der Innenstadt von Neumünster. Während des ganzen Konzertes merkte man der Band – trotz der Strapazen der Anreise – den Spielspaß an. Manfred Mann kam wiederholt mit seinem tragbaren Roland-Keyboard auf die Bühne. So überziehen sie ihr Zeitlimit und kommen dann doch letztendlich auf 80 Minuten Spielzeit. Überhaupt Manfred Mann: Der Johannesburger mit dem typischen Krokodilzahn-Hut wird in ein paar Wochen 79 Jahre und steht unverdrossen auf der Bühne. Die übrigen Bandmitglieder sind, bis auf Bassist Steve Kinch, ebenso alle nicht mehr die Jüngsten. Deshalb verdient deren Leistung ebenso großer Respekt. Sänger Robert Hart ist mit Baujahr 1958 der zweitjüngste aus der Band und Drummer John Lingwood (1951) sowie Gitarrist Mick Rogers (1946) steuern auch schon auf das Rentenalter zu.

Ich hoffe, die Band irgendwo im Norden noch einmal sehen zu dürfen, was in der Vergangenheit bisher nicht allzu häufig geschah. Ein MMEB-Konzert bringt wirklich Spaß und geht auch direkt ins Blut.

Berichterstattung / PhotoCredits: Norbert Czybulka