Wer sein aktuelles Werk mit „Big Tings“ betitelt, muss dem auch gerecht werden. Genau deshalb touren SKINDRED aktuell durch Europa, um ihre Anfang des Jahres leider ausgefallene Tour nachzuholen. NIC – Nordmensch in Concerts war selbstverständlich für Euch mit dabei. Diesmal in der Batschkapp in Frankfurt.

Nach meiner – verkehrsbedingt – viel zu späten Ankunft vor Ort, stürmte ich in den letzten verbleibenden Minuten bis zum Showbeginn mit der Kamera in der Hand, geradewegs zur Bühne, nur um diese dann letztendlich leer vorzufinden. Der Start war kurzfristig um eine halbe Stunde nach hinten verlegt worden, sodass sich die meisten der Anwesenden noch genüsslich das eine oder andere Kaltgetränk gönnten, bevor es dann um 19.20 Uhr, überraschenderweise bereits zehn Minuten vor der geänderten Zeit wiederum, mit der ersten Band des Abends losging: BLOOD COMMAND. Die norwegische Punk-Rock-Band um Frontfrau Karina ging mit ,Ctrl+Alt+Delete´ von ihrem bislang letzten Album „Cult Drugs“ auch direkt in die Vollen, so dass keiner in der Halle mehr still stand und einige der zuvor erwähnten Getränke leider auch schnell das Zeitliche segneten. In den anschließenden etwa 35 Minuten folgten acht weitere Songs, die größtenteils ebenfalls dem letzten Werk der Band entstammten, aber dennoch gelungen alte und neue Songs vereinten. Besonders gut kam dabei das, durchaus unerwartete, Cover des CHER-Klassikers ,Believe´ an, welches nahezu jeden im Saal nicht nur zum Bewegen, sondern selbstverständlich auch zum Mitsingen animierte. Den Schluss des Sets bildete der etwas sperrig betitelte Song ,No Thank You, I´m More Into Fake Grindcore´, für den die Norweger noch einmal alle Kraftreserven mobilisierten, bevor es in die Umbaupause ging.

Eben diese rund 30minütige Unterbrechung zeigte dann doch mehr als deutlich, dass die man sich im Team scheinbar schon ordentlich in Weihnachtsstimmung befand. So hatte die gesamte Stage-Crew während ihrer Arbeit Weihnachtsmützen auf, während aus den Boxen Klassiker wie PAUL MCCARTNEY´s ,Wonderful Christmas Time´ oder WHAM´s ,Last Christmas´ schallten. Gegen 20:30 Uhr stürmten dann endlich SKINDRED mit ihrem altgewohnten ,Thunderstruck´ und ,Imperial March´ geprägten Intro unter tosendem Applaus auf die Bühne. Mit ,Sound The Siren´ ging es direkt zu Beginn mit einem Klassiker los, bei dem sich einfach jeder der Anwesenden einfach bewegen musste. In den folgenden 75 Minuten bot sich ein abwechslungsreicher Mix aus alten und neuen Hits der Waliser Truppe, die immer wieder mit einigen, erstaunlich passenden, Neuinterpretationen aufgepeppt wurden. So entschied man sich etwa ,Pressure´ mit dem AC/DC´s ,Back In Black´ Intro einzuleiten und 2PAC´s ,California Love´ kurzerhand zum Intro für ,That´s My Jam´ umzufunktionieren. Während Hit um Hit von der Bühne her ertönte, stand das Pit dementsprechend zu wirklich keinem Zeitpunkt still. Umso mehr war dann den dort Anwesenden große Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben, als ihnen mit ,Saying It Now´ in einer Akustikversion dann doch eine kurze Verschnaufpause gegönnt wurde. Selbstverständlich ging es danach in gewohnter SKINDRED-Manier direkt wieder volles Brett weiter, sodass das Pit auch für die letzten vier Songs des Abends non-stop am Rotieren war. Den Abschluss bildete hierbei selbstverständlich – wie auch auf den vorangegangenen Touren – der “Newport-Helicopter”-Song ,Warning´ welches diesmal jedoch zusätzlich von der BLOOD COMMAND-Sängerin unterstützt wurde. An der, ungewöhnlich lange, noch sehr vollen Halle merkte man schnell, dass einige der Anwesenden noch etwas Zeit brauchten, bis sie wieder genug Puste hatten, um sich auf den Heimweg in die kalte Nacht zu begeben.

Für mich war die Show eindeutig eines meiner diesjährigen Konzert-Highlights. Grandiose Songauswahl und eine super Stimmung bei Band und Fans. Auch die relativ kurze Spielzeit war nicht zu beanstanden, denn, obwohl ich erst nach dem Fotografieren selbst ins Pit springen konnte, war ich nach der Spielzeit dann doch absolut fertig. Alles in allem einfach ein genialer Abend! SKINDRED gehen wirklich immer!

Abschließend noch die Setlist des Abends:
Sound The Siren/ Pressure/ Rat Race/ Machine / Ninja/ That´s My Jam/ Saying It Now/ Kill The Power/ Nobody/ Big Tings/ Warning

Berichterstattung / PhotoCredits: Etienne Kulik