Heute vor genau einer Woche ging es für mich einmal wieder mitten auf den Hamburger Kiez, genauer gesagt ins Hamburger Gruenspan. Hier in dieser Location spielten Sólstafir vor genau zwei Jahren ein unvergessliches Konzert und so sollte es wieder geschehen. Dieses Konzert war nun ein Jubiläumskonzert, denn die Isländer feiern in diesem Jahr ihr 2009er-Album “Köld”, welches das erfolgreichste und aus meiner Sicht auch beste Album von Sólstafir ist.

Wieder einmal kommt die Band großartig ohne Vorband aus. Das Konzert ist bereits ausverkauft, die Abendkasse blieb somit geschlossen. Teils in Nebel gehüllt, verpackt in rot-orangefarbenem Licht, spielen sich die vier sympathischen, bärtigen Isländer in die Herzen des Hamburger Publikums und mit einer Spielzeit von 80 Minuten kann man sich bei den wundervollen Songs von Sólstafir auch komplett fallen lassen – fast meditativ das Ganze. Ein Konzert von Solstafir ist immer wieder Balsam für die Seele. Lieder aus dem Herzen Islands, naturverbunden und Songs, die mit einer Schlichtheit präsentiert werden, die wiederum den Zuhörer maximal berühren. Einfach großartig!

Das komplette Album “Köld” wurde in diesen 80 Minuten dargeboten. Schaute ich mich um, sah ich Besucher mit geschlossenen Augen oder aber auch viele, die sich leicht rhythmisch im Takt der Musik hin und her wiegten. Eine solch angenehme Konzertstimmmung erlebe ich selten, doch bei einem Konzert von Sólstafir habe ich es bisher immer so erlebt. Mag es doch sicherlich an den sphärischen Rockstücken der Band liegen, die dieses Gefühl von Zufriedenheit übermitteln. Musik zum Abtauchen. Mehr braucht man dazu eigentlich gar nicht sagen.

Die Setlist des Abends: 78 Days In The Desert / Köld / She Destroys Again / Pale Rider / Necrologue / World Void Of Souls / Love Is The Devil / Goddess Of The Ages / Ljos i Stormi / Blafjall

Als Zugaben gab es noch ‘Otta‘ und ‘Fjara‘. Diese beiden Songs sind auch mit die schönsten auf dem “Köld”-Album. Zwei gut gewählte Stücke als Höhepunkt eines sehr absolut genialen Konzertabends. Das Licht ging wieder an, herausgerissen wurde man aus einer Träumerei, doch überall sah man Besucher, die strahlend und positiv beschwingt die Location verließen. Ich selbst habe  Sólstafir  nun schon einige Male live erlebt, aber könnte das ehrlich gesagt wöchentlich. Aber nun gut – müssen eben erst einmal wieder die CD´s zu Hause ihres dazu tun, bis ich die Isländer live irgendwo wieder auf der Bühne erleben kann. Am Liebsten natürlich in ihrem Heimatland – das wäre noch einmal ein ganz großer Wunsch.

Berichterstattung / PhotoCredits: Wolfgang Kühnle