Support your local heroes – Ja, auch altgediente Helden haben Probleme mit Auftrittsmöglichkeiten. Nach dem Aufruf, mindestens einmal im Monat einen kleinen Club, eine lokale Band oder ein Kneipenkonzert zu besuchen, geht mein Februar-Besuch zu TEARS FOR BEERS in die Kieler hansa48.

TEARS FOR BEERS stehen seit fast 30 Jahren auf den Bühnen. Überregional bekannt sind sie mit ihrem Speedfolk durch ihre Auftritte auf Festivals wie Wacken oder als Support von Torfrock sowieso. Auch Auftritte im Ausland wie Irland, Ukraine oder Dänemark zieren die Analen. Aber auch diese Jungs kämpfen mit der Situation der mangelnden Auftritte. Ihr letzter Auftritt war im August beim Baltic Open Air, der nächste ist erst wieder im Juni. Um nicht einzurosten veranstaltet die Band also einen Gig selbst. Die hansa48 ist ein Kommunikationsverein mit Kino, Ausstellungen, Theater, Musik und Kneipe. Die Kosten sind übersichtlich. Dadurch ist ein Eintritt von man gerade 11,20 Euro im Vorverkauf und 13,00 Euro an der Abendkasse möglich. Wieder einmal ist solch ein Konzert-Highlight mau besucht. Etwa 50 zahlende Gäste verlieren sich im Saal. Trotzdem liefert das Sextett ab. Und wie! Ein zweistündiger Auftritt mit 21 Stücken ihrer Bandgeschichte rocken den Abend. Der heutige Abend steht musikalisch unter dem Motto, alte und uralte Titel einmal wieder zu spielen. Auch alte Weggefährten, wie Gitarrist Roland Schneider sind im Publikum. Kopf und Gründungsmitglied Lars Jensen eröffnet mit “Fiona” – einem Song für und über seine jüngste Tochter – den Abend. “Fisherman´s Blues” ist als zweiter Song schon solch ein Urgestein. Auch wenn Lars immer wieder betont, TEARS FOR BEERS sind keine Coverband, stehen immer wieder stark geklaute Songs in der Setliste. Der Traditional “Drunken Sailor” und der “Rocket Man” der alten englischen Lady Elton John folgen im Block. Beliebte Cover, wie die von AC-DC, Metallica oder Rhianna fehlen am heutigen Abend. Das Augenmerk liegt auf Titeln, wie “Devil watch out”, “Old Mother Flanegan”, “Talquano Girls”, “Sam Hall” oder “Donkey Riding”. Als Zugeständnis schließt der offizielle Teil natürlich mit dem alten Dubliners-Gassenhauer “Home Boys Home” und Astrid Lindgrens “Pippi Langstrumpf”.

Auch wenn nicht viele Zuschauer da waren, den Zugabenblock forderten sie lautstark ein. Natürlich ließ sich die Band nicht zweimal bitten und legte noch einmal los. “Rye Whiskey”, “The Diamond” und “Hard Times Gone” sollten dann den Abend beschließen. Wenn es eine Band gibt, die sich mit Zugaben nicht lumpen lässt, dann ist es TEARS FOR BEERS. Nachdem noch immer musikalischer Bedarf im Publikum vorhanden war, gab es noch “Be my Religion” zum Besten. Dann war nach ziemlich genau zwei Stunden wirklich Schluss.

Der Mann am Merch hatte nicht viel zu tun, die Band verteilte sich zum Feierabendbier und Klönschnack im Publikum. So ging mal wieder ein musikalisches Glanzlicht an einem ungemütlichen, regnerischen Abend zu Ende. Mein Fazit: Wenn TEARS FOR BEERS in der Nähe – dann unbedingt hingehen!!!

Berichterstattung / PhotoCredits: Norbert Czybulka